Der Viadukt bei den Clava Cairns

2016 werden Schottlands Errungenschaften in Sachen Innovation, Architektur und Design ins Rampenlicht gerückt und gefeiert. Wir haben für Sie eine Auswahl von Gebäuden und Bauwerken in unserer Region zusammengestellt, die architektonisch besonders interessant sind. Sicher finden Sie auf Ihrer Reise noch weitere Perlen!

 

1. Culloden Battlefield Visitor Centre

Das Architekturbüro Hoskins Architects gewann 2004 einen international ausgeschriebenen Wettbewerb für die Gestaltung des neuen Besucherzentrums des National Trust for Scotland beim Schlachtfeld von Culloden, dem Austragungsort der letzten Schlacht, die auf dem britischen Festland geschlagen wurde.
Ein wellenförmiges Dach und eine lange Wand, die durch das Gebäude und hinaus in die Landschaft führt, charakterisieren den Bau. Die Besucher können sich auf einen informativen Rundgang durch die Ausstellung begeben, die mit einem spektakulären Ausblick auf das Gelände von dem bepflanzten Dach endet, oder sie können das Schlachtfeld durch ein Tor zwischen einer leicht abfallenden Böschung und einer Gedenkwand für die Gefallenen betreten. Das gut isolierte Gebäude ist mit Lärchenholz aus der Gegend, Steinplatten aus der Region Caithness und vor Ort gesammelten Steinen verkleidet. Das Besucherzentrum wurde am 16. April 2008 offiziell für Besucher geöffnet (Informationen freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Hoskins Architects).

2. Bona-Leuchtturm

Bona Lighthouse, einer von nur zwei Inlandleuchttürmen in Schottland wurde 1815 von Thomas Telford erbaut und war mehr als 160 Jahre lang in Betrieb. Seitdem seine Funktion durch ein Markierungsfunkfeuer ersetzt wurde, wird der Leuchtturm nicht mehr genutzt.
Eine Zeitlang wurde dieser kleinste bemannte Leuchtturm Großbritanniens dem Verfall überlassen. Heute ist der Turm mit seinem charakteristischen achteckigen Grundriss vollständig renoviert worden und wird von Scottish Canals als Ferienwohnung vermietet.

3. Aldourie Castle

Aldourie Castle, das 1626 als Landsitz eines Lairds (schottischer Gutsherr) erstmals registriert wurde, ist ein klassisches Beispiel des Architekturstils Scottish Baronial und ein authentisches historisches Schloss – einen Status, den es im 19. Jahrhundert erlangte. Der bekannte Architekt Sir Robert Lorimer entwarf einen der Seitenflügel des Schlosses im 19. Jahrhundert. Über einen Zeitraum von rund 220 Jahren hat sich das Schloss äußerlich und auch in seiner Nutzung immer wieder verändert. Heute kann es als Unterkunft mit Exklusivnutzung gemietet werden.

4. Clava Cairns

Die Clava Cairns sind eine Gruppe außergewöhnlich gut erhaltener prähistorischer Grabhügel, die vor rund 4000 Jahren errichtet wurden. Diese Friedhofanlage aus der Bronzezeit enthält Ganggräber, Ringgrabhügel, Randsteinhügel und Menhire sowie die Überreste einer Kapelle unbekannten Baudatums in einer malerischen Umgebung.
Die drei gut erhaltenen Grabhügel verfügen jeweils über eine Kammer in der Mitte. Während die zwei äußeren Hügel Eingangsdurchgänge aufweisen, ist die Kammer des mittleren vollständig umschlossen. Der äußere Rand jedes Grabhügels ist durch große Felsblöcke deutlich gekennzeichnet und jeder ist von einem Ring stehender Steine umgeben.

5. Clava-Viadukt

Der Clava-Viadukt (auch Nairn-Viadukt) wurde 1898 als Teil der direkten Eisenbahnlinie zwischen Inverness und Aviemore eröffnet. Der Viadukt mit 29 Bögen überquert das breite Tal des Flusses Nairn. Mit einer Länge von 549 Metern ist sie die längste gemauerte Brücke in Schottland.
Der Viadukt ist in der offiziellen Denkmalliste in Kategorie A als schützenswert eingestuft und wird heute noch für den Eisenbahn-Passagierverkehr genutzt.

6. Kessock Bridge

Die Kessock Bridge ist eine Schrägseilbrücke über den Beauly Firth, eine schmale Bucht des Moray Firth, zwischen der Ortschaft North Kessock und der Stadt Inverness.
Die 1056 m lange Brücke hat eine Hauptöffnung von 240 m Länge. Sie ist einer Rheinbrücke in Düsseldorf nachempfunden und wurde vom deutschen Bauingenieur Helmut Homberg entworfen und von der Firma Cleveland Bridge gebaut. Der Beauly Firth wird von Schiffen befahren, weshalb sich die Brücke hoch über dem Wasserspiegel befindet. Die vier Pylonen beherrschen die Silhouette von Inverness, besonders nachts, wenn sie beleuchtet werden.
Die Hauptverkehrsstraße A9 zwischen Inverness und der Halbinsel Black Isle führt über die Brücke. Sie ist die südlichste der drei Überquerungen „Three Firths“ (Beauly, Cromarty und Dornoch), die den Straßentransport in den Highlands stark gewandelt haben. Die einfacheren Transportwege sind ein Schlüsselfaktor für das Wachstum der Stadt Inverness.
Die Brücke ist mit Erdbebenpuffern ausgestattet, um sie vor möglichen seismischen Aktivitäten der Great-Glen-Verwerfung zu schützen (Quelle Wikipedia (engl.)).

7. Fort George

Nach Bonnie Prince Charlies Niederlage bei der Schlacht von Culloden 1746 ließ König George II. diese Verteidigungsanlage errichten, um den Jakobitenaufstand endgültig zu beenden. So wurde Fort George die mächtigste Artilleriefestung in Großbritannien, vielleicht sogar in Europa.
Die Besucher erhalten einen faszinierenden Einblick in den Armeealltag des 18. Jahrhunderts: Garnisonsgebäude, Artillerie-Verteidigungsanlagen mit zahlreichen Kanonen sowie eine stattliche Waffensammlung mit Musketen mit Bajonett, Spießen, Schwertern und Munitionsbeuteln.

8. Eden Court

Eden Court wurde im April 1976 eröffnet. Das Design war für seine Zeit außergewöhnlich modern. Das von den Architekten Law & Dunbar-Nasmith entworfene Gebäude ist der einzige große Veranstaltungsort in der Region und bietet eine Bühne für Aufführungen verschiedenster Art, von Oper bis Popkonzerten, Ballett, zeitgenössischer Tanz, Theater und Film.
Das Theater befindet am ehemaligen Standort der offiziellen Residenz des Bischofs von Moray. Das Wohnhaus, das im neunzehnten Jahrhundert für Bischof Robert Eden erbaut worden war, wurde in das neue Kulturzentrum integriert und beherbergte die Garderoben und Büros und später auch ein kleines Kino. Später wurde das Zentrum in Bishop‘s Palace umbenannt.
Nach einem längeren Einspruchsverfahren und einer zweijährigen Schließung wurde Eden Court im November 2007 als eines der modernsten Kulturzentren des Landes wiederöffnet. (Informationen freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Eden Court)

9. Highland Archive Centre

Das Highland Archive Centre ist für die Erfassung und die Aufbewahrung der historischen Aufzeichnungen der Highlands verantwortlich. Das Archiv reicht vom 14. Jahrhundert bis zur Gegenwart und beherbergt Originaldokumente in verschiedenen Formaten von Urkunden, Protokollen, Briefen und Buchhaltungsunterlagen bis zu Karten, Fotografien und Filmen.
Das 2009 eröffnete Highland Archive Centre wurde vom Architekturbüro LDN Architects in Forres entworfen. 2010 wurde es mit dem RIAS Best New Building Award ausgezeichnet (Auszeichnung der schottischen Architektenvereinigung RIAS für den besten Neubau).

10. Point Clair House

Point Clair House in der Nähe von Invermoriston am Loch Ness wurde in den 30er-Jahren von einem Schiffskapitän erbaut. Die nautischen Einflüsse auf das Design sind unverkennbar: Die bogenförmige Vorderseite des Hauses, die den See überblickt, erinnert an die Brücke eines Schiffs. Point Clair House kann als Ferienhaus gemietet werden.

11. Fort Augustus Abbey

Die Gebäude des Benediktinerklosters in Fort Augustus sind auf dem Grundriss des alten Forts angeordnet, das einen zentralen Platz umgab. Die dem Kanal zugewandte Fassade gehörte zum Schulflügel, in dem fünfzig bis sechzig Internatsschüler untergebracht waren. Der Baustil dieses Flügels ist daher weniger sakral als in anderen Teilen des Klosters. Der im Stil des Scottish Baronial gebaute Mittelturm ragt 30,5 m hoch auf.
Vom Loch Ness aus ist die langgezogene Fassade des eigentlichen Klosters zu sehen. Es bot Unterkünfte für etwa sechzig Mönche. Der größte Teil dieses Flügels und jenes, der als Schule vorgesehen war, wurden von Joseph Hansom, dem Erfinder des Hansom Cabs (einer nach vorne offenen Kutsche), entworfen. (Informationen freundlicherweise zur Verfügung gestellt vom Highland Club Scotland)

12. Eagle Brae

Jede der Blockhütten am Eagle Brae wurde von erfahrenen Handwerkern unter Verwendung von authentischen norwegischen Techniken aus Riesen-Lebensbaum-Holz gezimmert. Die Baumstämme stammen aus nachhaltig genutzten Wäldern in British Columbia (Kanada) und wurden nie in einem Sägewerk bearbeitet. Jeder Stamm behält deshalb seine natürliche Einzigartigkeit.
Die Eagle-Brae-Blockhütten wurden von Pioneer Log Homes of British Columbia, Williams Lake, BC, Kanada gebaut. Pioneer arbeitet in Kanada nur mit vollkommen nachhaltigem Holz. (Informationen freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Eagle Brae)

13. St Andrew’s Cathedral

Die Kathedrale in Inverness nahm ihre Anfänge 1853 als Missionsstation auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses Ness. Bischof Robert Eden beschloss, dass die Kathedrale für die vereinte Diözese in Inverness stehen sollte und so begann im Juli 1862 der Aushub für das Fundament der neuen Kathedrale. Die Baupläne zeichnete der bekannte Architekt Alexander Ross – sie sollten sein Meisterstück werden. Den Grundstein dieser neuen Kathedrale, der ersten in Großbritannien seit der Reformation, legte der Erzbischof von Canterbury im Jahr 1866. 1869 wurde das Gotteshaus für die Gläubigen geöffnet. (Informationen freundlicherweise zur Verfügung gestellt von der vereinten Diözese Moray, Ross und Caithness)

14. Urquhart Castle Visitor Centre

Urquhart Castle aus dem 13. Jahrhundert ist die meistbesuchte Burg im schottischen Hochland.
Die Burg ist tief in der Tradition der Highlands verwurzelt und war Schauplatz einiger der dramatischsten Kapitel der Geschichte Schottlands.
Das Besucherzentrum ist so angelegt, dass es die beeindruckende Lage am Loch Ness nicht beeinträchtigt und den Parkplatz verdeckt. Es bietet eine Ausstellung, einen Unterrichtsraum, einen Souvenirladen, ein Café und einen Vortragsraum, dessen Sichtschutz zurückgefahren werden kann, um den atemberaubenden Blick auf die Burg freizugeben.

15. Torguish House

Torguish House wurde 1705 erbaut, also rund vierzig Jahre vor der Schlacht von Culloden, und wurde in den 1860er-Jahren erweitert.
Es diente als Pfarrhaus für die nahegelegene Church of Scotland in Daviot und war früher der Hochland-Wohnsitz des bekannten Schriftstellers Alistair MacLean.
Der Thriller-Autor, der Bestseller wie „Die Kanonen von Navarone“ und „Agenten sterben einsam“ verfasste, verbrachte den Großteil seiner Kindheit im Torguish House, denn sein Vater war der Pfarrer der örtlichen Kirche.